Mikroskopierübung - AMPHIBOLE - Teil 1


Aufgabe

Aufgabe: Auf diesem Blatt finden Sie drei monokline Amphibolfiguren, sowie eine kleine Übersicht mit den optischen Daten dieser drei Amphibole. Bitte bestimmen Sie mit Hilfe dieser Figuren den Amphibol in Schliff K33. Die Lösung der Aufgabe ist einfacher als sie aussieht, also komplizieren Sie, sie nicht unnötig. Die folgenden Fragen dienen der Orientierung.

Tabelle 1: Optische Eigenschaften der drei Amphibole

Glaukophan
Na2Mg3Al2Si8O22(OH)2

Krist-Glaucophan.gif (5030 Byte)

Crossit
Na2(Mg,Fe2+)3(Al,Fe3+)2Si8O22(OH)2

Krist-Crossit.gif (5004 Byte)

Riebekit
Na2Fe2+3Fe3+2Si8O22(OH)2

Krist-Riebeckit.gif (5073 Byte)

nx=1,595; ny=1,614; nz=1,620 (D max. 0,025) nx=1,642; ny=1,656; nz=1,676 (D max. 0,015) nx=1,642; ny=1,656; nz=1,676 (D max. 0,015)
Auslöschungsschiefe: 5-10° Auslöschungsschiefe: 0°-5° Auslöschungsschiefe: 3°-15°
2Vx 0°-60° zweiachsig positiv 2Vx 0°-180° zweiachsig positiv oder negativ 2Vz 0°-135° zweiachsig positiv oder negativ
Pleochroismus: X=farblos bis hellgelb; Y=lavendelblau-lila; Z=ultramarin; *für die Absorption gilt gewöhnlich Z>Y>X (abhängig von der Zusammensetzung) Pleochroismus: X=dunkelblau; Y=ultramarin; Z=purpur Pleochroismus: X=dunkelblau; Y=purpur-hellgelb; Z=violettblau

Glaukophan und Riebekit bilden eine Mischkristallreihe, wobei Mg2+ gegen Fe2+ und Al3+ gegen Fe3+ ausgetauscht wird. Die Namensgebung erfolgt nacht dem Fe3+/(Fe3++Al3+) Verhältnis (s. Abb. 1).

nGamma.gif (10356 Byte)

Abb. 1: Ungefähre Variation von ng in Abhängigkeit von der Zusammensetzung. (Daten von Deer et al. (1963); Borg (1967), Ernst   Wai (1970), sowie Coleman  Papike (1968)).


1.) Nennen Sie die drei Hauptfarben des Amphibols in "Ihrem" Dünnschliff!

2.) Woran erkennen Sie einen Kopfschnitt? Zeichnen Sie einen solchen Schnitt in zwei aufeinander senkrecht stehenden Auslöschrichtungen. Wie sind die entsprechenden pleochroitischen Farben des Minerals bei ausgelöschtem Analysator?

3.) Skizzieren Sie die zwei Haupttypen der Längsschnitte jeweils in zwei senkrecht aufeinander stehenden Auslöschpositionen. Tragen Sie die optischen Hauptrichtungen und die entsprechenden Hauptfarben ein. Welcher der Längsschnitte löscht schief aus? Wie groß ist der Auslöschungswinkel (Maximalwert angeben)?

4.) Welcher der Schnitt - Typen (Kopfschnitt, Längsschnitte) hat die höchste Doppelbrechung?

5.) Wie sind die Charaktere der Längsrichtungen in den Längsschnitten?

6.) Tragen Sie anhand der bisherigen Antworten die optischen Hauptrichtungen mit den dazugehörigen Farben in die Kristallzeichnung ein.

7.) Leiten Sie aus den bei Aufgabe 6 gewonnen Ergebnissen die für die konoskopische Bilder günstigen Schnittlagen ab. Bestimmen Sie dementsprechend den optischen Charakter und den Achsenwinkel des Minerals und tragen Sie das Ergebnis in die Kristallzeichnung ein (kleine Hyperbeln zeichnen; vergl. Tröger).

8.) Notieren Sie weitere Beobachtungen (z.B Zonierungen, Verzwillingungen, Einschlüsse u.s.w.)

9.) Vergleichen Sie Ihre fertige Kristallzeichnung mit den Zeichnungen auf den Seiten 88 und 89 in den Tröger-Tabellen. Geben Sie "Ihrem" Amphibol einen dementsprechenden Namen.


Lösung:

Der a-b Schnitt (Kopfschnitt)
Der b-c Schnitt
Der a-c Schnitt
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Literatur


©Erfolgsgruppe 2000

Stand: 08. Oktober 2001 18:49:45